Rumänien-Projekt

Seit 30 Jahren fährt Sr. Evelyn Schütze regelmäßig nach Rumänien. Sie wurde 1996 von einer Fachberaterin des evangelischen Kindertagesstätten-Verbandes angeworben, Fortbildungen für rumänische Erzieherinnen in Kinderheimen und Kindergärten in Botosani zu halten im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe der Rumänienhilfe Wassertrüdingen. Nach der Anerkennung durch das rumänische Schulamt als ausländische Referentin hielt sie über 20 Jahre Fortbildungen dort und in Iasi. Dabei haben sich auch Freundschaften entwickelt. Zwei KiTa- Leiterinnen aus Botosani der Anfangszeit und das Team, sowie ein ehemaliges Heimmädchen überraschten Sr. Evelyn und feierten mit ihr das 30-jährige Jubiläum in Botosani.

Inzwischen gibt es andere Schwerpunkte der Arbeit. Es wird in einem Dorf im Nordosten Rumäniens Programm für Grundschulkinder und Kindergartenkinder angeboten, ebenso in der deutschen Grundschule in Sibiu/ Hermannstadt. In diesem Jahr bestand das Rumänienfahrer-Team aus Sr. Evelyn, der langjährigen Mitarbeiterin Christine Stamm aus der Ortsgemeinde Selbitz, Nicoleta Reulein (die aus Botosani stammt, die eine der ersten Dolmetscherinnen war und mit Martin Reulein seit über 20 Jahren in Langenzenn verheiratet ist) und Sr. Maria Ute Ehlert, die 2005 ein Jahr in Rumänien lebte und nun seit 2014 zum Team gehört.

Außer dem Programm mit Kindern wurden auch Besuche gemacht bei Menschen, mit denen das Team verbunden ist, z. B. bei dem ehemaligen Heimkind Anamaria, das wegen einer Nierenerkrankung 2x bei uns in Deutschland, zur Behandlung beim Facharzt, gewesen ist. Anamaria ist inzwischen verheiratet und hat 2 Kinder. In den letzten Tagen waren wieder Begegnungen mit der deutschen Gemeinde in Sibiu möglich und dem Elijah- Projekt dort in der Nähe, das von Ruth Zenkert und Pater Georg Sporschill SJ gegründet wurde. Eine Arbeit mit Roma- Kindern und ihren Familien in 6 Dörfern Siebenbürgens.

Seit dem Beginn im Dorf Nou, 30 Kilometer östlich von Sibiu, ist das Projekt stetig gewachsen. ELIJAH betreibt vier Sozialzentren, zwei Musikschulen, ein Schülerwohnheim in Sibiu, ein Frauenhaus und ein Obdachlosen-Tageszentrum mit Notschlafstellen. Den Namen ELIJAH hat der Verein sinnbildlich vom Propheten Elijah übernommen. Elijah setzte sich für die Ärmsten ein und trat gegen Ungerechtigkeit auf.

Sr. Maria Ute schreibt:
„Wie auch die letzten beiden Jahre habe ich wieder ein paar Tage im Elijah-Projekt verbracht.  Nachdem ich letztes Jahr 2x und davon im September etwas länger, in Marpod im Sozialzentrum Sokeres war, gab es eine große Wiedersehensfreude mit den Kindern. Es ist schön, dass da etwas gewachsen ist, auch an Vertrauen zu vielen feinen, teilweise sehr verletzten Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und hier in die Mitte geholt und gesehen werden. Ich habe mich verschiedentlich eingebracht, mitgespielt, viel zugehört und mich ausgetauscht. Auch durfte ich beim Mütterclub, einem Treff für Frauen am Mittwochvormittag, bei dem sie sich über Alltagssorgen und – freuden austauschen können, dabei sein. Mitten unter ihnen mit einer Tasse Kaffee an ihrem Leben Anteil haben zu dürfen, ist mir eine große Ehre gewesen. Auch mit der Hausgemeinschaft bei Gebet, Mahlzeiten, Deutschstunden und vielen tiefen Gesprächen im Hof so natürlich dabei zu sein, hat mich tief berührt. Das bereichert mein Leben.“

Es ist beeindruckend, was in 14 Jahren dort entstanden ist. Kompetente rumänische Fachkräfte gehören inzwischen zum Team und es gibt auch Einheimische aus den Dörfern, die mitarbeiten. Ihre Motivation und Engagement tragen zum Gelingen des Projektes bei.